Erfahrungsberichte ab 2021

Januar 2021

Hallo ihr Lieben 🙂 

Mein Name ist Chiara und ich bin 20 Jahre alt. Ich hatte  bereits seit 2017 mit unzĂ€hligen MandelentzĂŒndungen zu kĂ€mpfen, bis ich 2018 an der Nase operiert wurde. Danach ging es tatsĂ€chlich bergauf, ich bekam wieder Luft und hatte kaum noch MandelentzĂŒndungen. Leider blieb es nur etwa 2 Jahre so, denn 2020 bekam ich die Diagnose: Chronische Tonsillitis. Also wurde ich am 23.06.2020 operiert. Eins vorab – ich habe panische Angst vor Spritzen, Blut abnehmen, etc. Auch muss ich sagen, dass mir diese Erfahrungsberichte hier auf der einen Seite echt Angst gemacht haben, aber auf der anderen Seite auch Mut. 
Nun ja, dann fang ich mal an zu erzĂ€hlen. Ich wurde am 22.06., also einen Tag vor der OP, im KH aufgenommen und hatte GesprĂ€che, Voruntersuchungen, etc. Ich habe Mittagessen und Abendessen bekommen und das war auch meine letzte Mahlzeit fĂŒr 2 Tage. Am Tag der OP habe ich morgens meine Anziehsachen bekommen und wurde kurz spĂ€ter runter in den OP gebracht, dort war eine super liebe Schwester die mit mir eine Traumreise gemacht hat, weil ich so Panik hatte (ja ich weiß ich bin ne Memme). Dann wurde ich auch schon narkotisiert und wachte kurze Zeit spĂ€ter im Aufwachraum auf. Ich hatte zum GlĂŒck noch keine Schmerzen, was aber nicht lange anhielt. Ich wurde hoch aufs Zimmer gefahren und habe erstmal geschlafen, was zu der Jahreszeit als ich operiert wurde kaum möglich war (es waren 35 Grad im 9. Stock auf der Sonnenseite – es war der Horror). Als ich wieder etwas bei Sinnen war, fing das Erbrechen aber schon an, den ganzen Tag und auch die Schmerzen. Habe dann einen Tropf mit Wasser, einen Tropf gegen Übelkeit und einen Tropf gegen Schmerzen bekommen – alles immer abwechselnd. Essen habe ich an dem Tag gar nicht bekommen – ich hatte echt Hunger. Am nĂ€chsten Morgen gab es FrĂŒhstĂŒck fĂŒr mich und die ersten Schmerztabletten. Ich habe durchgĂ€ngig 3 mal tĂ€glich Ibuprofen 600 bekommen und einen Magenschutz. Die ersten drei oder vier Tage habe ich zusĂ€tzlich Antibiotika bekommen. Am Tag nach der OP dachte man vermutlich, ich habe sehr dolle Schmerzen, weshalb mir Tilidin verschrieben wurde. Leider habe ich das ĂŒberhaupt nicht vertragen, weshalb mein FrĂŒhstĂŒck nicht lange drin blieb und genau zu der Zeit kam auch das Mittagessen, was ich dementsprechend nicht essen konnte und mir dann wieder weggenommen wurde 🙁
Zum Essen kann ich sagen, dass gar nicht drauf geachtet wurde, was ich esse. Also ich konnte immer von drei MenĂŒs auswĂ€hlen, habe also kein bestimmtes „Mandel-OP-Essen“ (z.B. Schnitzel, Bratkartoffeln) bekommen. Ich muss auch sagen, dass mir das Essen im KH sehr gut gelang. Ich habe nie lange zum Essen gebraucht und es ging immer ohne Schmerzen – darĂŒber bin ich echt dankbar, wenn man hier von anderen liest, die dabei starke Schmerzen hatten. 

Meine Schmerzen wurden allerdings von Tag zu Tag schlimmer und abends bekam ich nun oft Novalgin-Tropfen, die aber bei mir nicht sonderlich geholfen haben, weshalb ich spĂ€ter noch eine 4. Ibu bekommen habe. Die Zeit im KH war durch die extreme Hitze echt schon schlimm und es war extrem langweilig. Ich habe viele Hörbucher gehört (sehr empfehlenswert) und auch oft Serien geschaut, wenn das Schmerzmittel wirkte. Leider durfte ich aufgrund von Corona auch nur 1 Person fĂŒr 1 Stunde empfangen, was den Aufenthalt nicht grade schöner machte. Also wechselten sich tĂ€glich meine Mama und mein Freund ab (diese eine Stunde war echt das Highlight am ganzen Tag) und es gab immer ein BigSandwich Eis. 

Ich wurde dienstags operiert und sonntags entlassen. Am Montag und Dienstag also am 6. und 7. Tag waren meine Schmerzen am schlimmsten. Das war auch der erste Tag wo ich kaum Essen runterbekommen habe, weil es so weh tat. Montags musste ich direkt zum Hausarzt wegen Medikamenten und einer Krankschreibung, weil sonntags arbeitet der Chefarzt ja nicht, um das Rezept zu unterschreiben🙄. 
Montagabends bekam ich dann Fieber, was immer schlimmer wurde (fast an die 40 Grad) woraufhin ich dienstags nochmals zum Hausarzt bin, der mir dann das gleiche Antibiotika verschrieb, das ich bereits im KH genommen hatte. Leider besserte sich das Fieber nur sehr langsam, donnerstags war ich bei meinem HNO-Arzt, der sagte, dass es vermutlich entzĂŒndet sei, meine Wunde aber gut aussĂ€he. Mein Arzt hat mir dann IBU 400 und Novalgin-Tropfen verschrieben – morgens IBU, vormittags Novalgin, mittags IBU, nachmittags Novalgin, abends Ibu und nachts wieder Novalgin, wobei ich nur die Ibus genommen habe, da ich die Schmerzen so aushalten konnte. Ich war dann noch eine Woche zuhause, wo die Schmerzen immer weniger wurden. Danach die Woche bin ich in den Urlaub gefahren. 

Also man kann sagen, dass es nicht schön ist, aber ich habe mir so so viel Stress vor der OP gemacht und dafĂŒr ging der Schmerzgrad. Auch das Essen habe ich mir viel schlimmer vorgestellt. Ich bin echt froh, dass es bei mir so einfach und schmerzlos ging. 

Ich hab noch ein paar GegenstĂ€nde, die mir sehr geholfen haben im Krankenhaus: 

‱ Sirup fĂŒrs Wasser, irgendwann konnte ich stilles Wasser nicht mehr sehen (ich hatte Himbeere) 
‱ ein langes Ladekabel – meins reichte nur bis an die Bettkante, was echt blöd war. Mein Freund hat mir dann am zweiten Tag ein langes Kabel geschenkt
‱ Milchbrötchen: hat meine Mama mir mitgebracht – ich habe morgens immer Marmelade zusĂ€tzlich bekommen, die ich dann zur Seite gelegt habe mit einem Messer und dann konnte ich das Milchbrötchen wenn ich Hunger hatte mit Marmelade essen 
‱ Trockenshampoo 
‱ Hörspiele  
‱ großen Becher (bei uns im KH gab es nur so Mini GlĂ€ser und ich wollte nicht die ganze Zeit zum Eiswasser laufen – anderes Wasser war nicht gekĂŒhlt und bei dem Wetter echt bah) 

Ich wĂŒnsche allen, die die OP noch vor sich haben viel Erfolg und Gesundheit und macht euch nicht so ein Kopf – es ist nicht so schlimm, wie man denkt! 🙂 

Liebe GrĂŒĂŸe aus Kölle:)

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April 2022

Hallo zusammen,

da mir diese Seite bei der Vorbereitung und DurchfĂŒhrung meiner Mandel-OP sehr geholfen hat, möchte ich nun auch gern meine Erfahrungen hier teilen. 

Vor der OP:
Bis ich mich endgĂŒltig zur OP entschieden hatte, sind insgesamt 2 Jahre mit zahlreichen MandelentzĂŒndungen und dauerhaft chronisch entzĂŒndeten Mandeln vergangen. Ich habe mich lange sehr schwer getan, mich fĂŒr die Mandeloperation zu entscheiden, da diese ja bei Erwachsenen immer seltener durchgefĂŒhrt wird, mit einer bestimmten Nachblutungsgefahr verbunden ist und ich nach jeder MandelentzĂŒndung gehofft hatte, es sei die letzte gewesen. Nachdem ich jedoch dann bereits gegen alle wirksamen Antibiotika Allergien entwickelt hatte und stĂ€ndig krank war, musste endlich etwas passieren und ich entschied mich doch fĂŒr die Mandel-OP. 

Zur OP:
Die Voruntersuchungen konnte ich schon eine Woche vorher im Krankenhaus erledigen, sodass ich am OP-Tag frĂŒh nĂŒchtern im Krankenhaus angekommen bin. Sofort erhielt ich Beruhigungsmittel und sollte mich umziehen. Ins OP gefahren wurde ich jedoch erst 14:30 Uhr – das war ziemlich schlecht organisiert und die Beruhigungstabletten hatten bis dahin ihre Wirkung völlig verloren.
Von der OP selbst habe ich gar nichts mitbekommen – gegen 16 Uhr wachte ich mit einer Eiskrawatte um den Hals im Aufwachraum auf und hatte keinerlei Schmerzen.
Erst 2h spĂ€ter durfte ich dann endlich wieder etwas trinken und war sehr froh darĂŒber. Essen gab es jedoch an diesem Tag keines mehr fĂŒr mich.

Post-OP-Tage 1-7:
Insgesamt wurde ich im Krankenhaus 7 Tage stationĂ€r aufgenommen. Ich hatte mich fĂŒr eine Fachklinik fĂŒr HNO-Angelegenheiten entschieden, in der Annahme, dass die sich gut mit der OP und deren Nachbehandlung auskennen. Im Nachgang muss ich jedoch sagen, dass mir diese Seite hier mehr geholfen hat als die behandelnden Ärzte und Schwestern im Krankenhaus. Ich wurde so gut wie gar nicht ĂŒber die Do’s & Dont’s nach der OP informiert und wenn dann nur sehr sporadisch auf eigene Nachfrage.
An den Post-OP-Tagen 1&2 erhielt ich nur Suppe und Pudding zum Essen. Das Schmerzlevel war gut bzw. waren kaum Schmerzen vorhanden. Ich war dennoch sehr vorsichtig – man hat gemerkt, dass es im Mund arbeitet.
Am Post-OP-Tag 3 habe ich erstmalig wieder geduscht und auch das ZĂ€hne putzen gelang nach und nach besser. Ich bekam erstmals wieder feste weiche Nahrung und war darĂŒber sehr froh. 

Das Essen gelang in diesen Tagen insgesamt gut, wenngleich auch sehr langsam.
Im Krankenhaus habe ich 1x tĂ€glich Voltaren Dispers eingenommen. Mit dem Schmerzmittel kam ich gut ĂŒber den Tag…schmerztechnisch am schlimmsten waren die Nacht und der Morgen. Jedoch hĂ€tte ich mir die Schmerzen schlimmer vorgestellt. Insgesamt habe ich jeden Tag 3l getrunken – das hat geholfen, die Wunden feucht zu halten und tat gut. Weiterhin habe ich viel gekĂŒhlt und 3x tĂ€glich Eis gegessen. 🙂

Post-OP-Tage 7-10
Am Post-OP-Tag 7 wurde ich nach Hause entlassen. Nun begannen die schmerzreichsten Tage, da sich die BelĂ€ge langsam lösten. Die Schmerzen zogen bis in die Ohren und das Schlucken fiel mir schwer. Ich habe die Tage ohne Schmerzmittel absolviert, da ich kein Freund von Schmerzmitteln bin und die Schmerzen aus meiner Sicht auszuhalten waren. Bei mir waren die Schmerzen besonders auf der rechten Seite schlimm, die linke Seite war gut auszuhalten. Ich habe versucht, ĂŒber den Tag verteilt viel zu trinken und viel zu essen – außerdem habe ich nach jedem Essen den Mund leicht mit Salbeitee/Myrrhetinktur ausgespĂŒlt.
Als ich am Morgen des Post-OP-Tages 8 in den Mund schaute, war ich ziemlich erschrocken. Die BelĂ€ge auf der linken Seite hatten sich vollstĂ€ndig gelöst und die Mandel sah blutig aus. Da mich dies sehr beunruhigte, bin ich nochmal ins Krankenhaus. Die Ärzte meinten, es hĂ€tte sich eine Blutblase gebildet aber momentan sei keine aktive Blutung festzustellen. GlĂŒck gehabt. In den nĂ€chsten Tagen bildete sich auf dieser Seite ein neuer feiner Wundbelag und ich blieb von Nachblutungen zum GlĂŒck verschont.

Ich hatte immer einmal wieder das Problem, dass sich grĂ¶ĂŸere Essensreste in den Wunden verkantet hatten und auch durch Trinken und leichtes SpĂŒlen nicht zu entfernen waren. Daher bin ich in solchen FĂ€llen zum HNO-Arzt, der die Reste entfernt hatte. Das war nach RĂŒcksprache mit dem Arzt auch gut so, um einer EntzĂŒndung der Wunde vorzubeugen.

Post-OP-Tage 10-14
Die Schmerzen beruhigten sich und waren nun nur noch leicht zu spĂŒren – vor allem beim Essen und Schlucken. Ich aß weiterhin nur weiche Sachen und sehnte mich allmĂ€hlich sehr nach NormalitĂ€t.

Die Wochen danach
Nach meiner Mandel-OP war ich insgesamt 5 Wochen krank geschrieben und das war auch gut so. Ich blieb zwar insgesamt von großen Schmerzen und Nachblutungen verschont, hatte aber noch lĂ€ngere Zeit mit anhaltenden Schmerzen beim Schlucken und Essen zu kĂ€mpfen. Ich hĂ€tte mir zu dem Zeitpunkt nicht vorstellen können, direkt wieder in den stressigen Job zurĂŒck zu kehren, auch wenn ich mich hĂ€ufiger nach einem normalen Leben gesehnt habe. Man ist schon sehr eingeschrĂ€nkt und sollte sich immer wieder vor Augen halten, dass die Zeit auch vergehen wird. Ich war sehr froh, in den Wochen nach der OP bei meinem Freund untergebracht gewesen zu sein, der sich sehr gut um mich gekĂŒmmert hat und VerstĂ€ndnis fĂŒr die lange Zeit mit weichem, ungewĂŒrzten Essen entgegen gebracht hat.
Nun hoffe ich einfach, dass sich die OP auch langfristig auszahlt und die Zeit des Krank-Seins erst einmal ein Ende hat.

Vielen Dank an die vielen Erfahrungsberichte auf dieser Seite – die haben mir wirklich geholfen, die Zeit gut zu ĂŒberstehen und auch einige Tipps im Umgang mit dem Essen, Trinken & evtl. Nachblutungen zu finden.
Mein persönlicher Tipp ist es auch, ĂŒber den Tag verteilt viel zu trinken und sich zu ermutigen, trotz Schmerzen fleißig zu essen. Das beschleunigt die Wundheilung und verringert das Risiko einer Nachblutung. Alles Gute!

4 Kommentare zu „Erfahrungsberichte ab 2021“

  1. April 2021, „101 Mandelentfernung“

    Hallo Zusammen,
    ich bin 35 Jahre alt, selbststÀndiger Zahnarzt, und bekam am 16.04.2021 meine Mandeln entfernt.
    Im Vorfeld hatte ich eigentlich keine „gravierenden“ Mandelprobleme. Alle 2-3 Jahre vielleicht eine Angina mit einer Schwellung der Mandeln. Das bekam ich aber immer gut mit Antibiotikum (AB: Penicillin V (Leitlinie) fĂŒr 10 Tage eingenommen) in den Griff.
    Mitte Dezember 2020 ging es mit meiner ersten MandelentzĂŒndung los. Starke schmerzhafte Lymphknotenschwellung, Abgeschlagenheit, Fieber. Ab Tag 2 AB genommen. Besserung kam nach 3 Tagen, hielt 10 Tage an, sprich Anfang Januar ging es wieder los. Noch schmerzhaftere Lymphknotenschwellung, Fieber bis 39 Grad. Da ich auch Probleme mit meinen Nasennebenhöhlen habe, dachte ich es kommt ggf. daher. AB also gewechselt. 3 Tage spĂ€ter ging es besser. Ich arbeitete weiter (Fehler!). Das Spiel wiederholte sich Ende Januar, leider dann gepaart mit Brustschmerzen und Atemnot (nicht massiv aber nicht zu ignorieren). Diagnose Myokarditis. Krankenhausaufenthalt fĂŒr 4 Tage. Long Story short. Danach hatte ich erneut 4x eine MandelentzĂŒndungen mit Fieber bis zu 40 Grad. Wir hatten inzwischen Ende MĂ€rz, das AB wirkte erst nach 5-6 Tagen, die Abgeschlagenheit ging nie weg. Sah sehr nach einem Herdgeschehen aus. NatĂŒrlich war ich auch immer bei HNO’lern. Alles gemacht. Blutbild, Abstriche, Ultraschall, Endoskopie etc. Meine Mandeln seien ganz schön hieß es, Abstriche zeigten keinen bakteriellen Befall. Der CRP Wert im Blut (EntzĂŒndungswert) war aber immer erhöht. Differentialdiagnostisch alles durchgegangen. Pfeiffersches DrĂŒsenfieber, rheumatische Arthritis etc. Ich war verzweifelt. Wieso erzĂ€hle ich das im epischen Ausmaß? Ich wollte keine Mandelentfernung und hinterfragte alle Befunde. Immerhin sahen die Mandeln (laut HNO’ler) gut aus, ich war nicht der klassische chronische Patient, der schon Jahre unter MandelentzĂŒndungen litt. Ich wollte alles abwĂ€gen. Ich hielt es fast 5 Monate durch, ging dann aber verzweifelt an einem Sonntag in die Notaufnahme der HNO und bat um einen zeitnahen Termin zur Tonsillektomie. Es konnte so nicht weitergehen. Obwohl die Myokarditis im Griff war, musste ich wieder gesund werden. Außerdem, was wĂ€re die Alternative gewesen? Jede zweite Woche weiter AB nehmen?
    Also wurde ich am 16.04.2021 operiert. NatĂŒrlich las ich mir zuvor viele Erfahrungsberichte online durch. Das sorgte fĂŒr noch mehr Unbehagen, so dass ich emotional ziemlich fertig war. Narkosen sind jetzt auch nicht meine heimliche Leidenschaft. Nutze nichts. Vor der Op bekam ich eine Tablette zur Beruhigung. Nach kurzer Narkoseeinleitung war ich auch schon weg. Im Aufwachraum ging es mir erstaunlich gut, mein Mund war aber „verschleimt“. Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Schlucken ging, tat weh, aber wirklich auszuhalten. Davor hatte ich am meisten Angst, die Schmerzen direkt nach der Op. Diese waren ĂŒberraschend moderat.

    Post-OP Tag 0-3 (0 = Op Tag), Schmerzlevel 0-3:
    Mir ging es erstaunlich gut. Ich war fast 2 Stunden auf meinem Zimmer weg gewesen. Die Narkose hatte ich sehr gut vertragen. Ich machte ein Selfie fĂŒr die Familie. Still alive trotz Op und dritter Corona Welle. Alle waren beruhigt, haha. TagsĂŒber war ich sehr mĂŒde. Man merkt, dass der Körper Ruhe zur Heilung braucht. Ich bekam dann mein FrĂŒhstĂŒck und konnte es essen. Es fĂŒhlt sich an wie bei einer leichten MandelentzĂŒndung. Schmerzlevel 0-2. Ich erinnerte mich an viele BeitrĂ€ge und habe wirklich fleissig alles gegessen (außer natĂŒrlich scharf, sauer, Obst, Koffein oder was mit KohlensĂ€ure). Das ist enorm wichtig. Ich trank immer 2-3 Liter Wasser am Tag. Sprechen ging kaum, mein ZĂ€pfchen war stark angeschwollen, der Zungengrund tat auch weh. Bei jedem Schlucken blinzelte ich, aber das Essen war wirklich auszuhalten. Esst und trinkt langsam, ohne die Mandeln ging auch bei mir das Wasser mit BrotkrĂŒmeln gerne man Richtung Nase. Bloß nicht husten, dachte ich. Ich habe auch BrotrĂ€nder etc. gegessen, da ich eine kontinuierliche Abreibung des Wundschorfs haben wollte. Nur Suppe bringt da nichts, dachte ich mir. Die Visite war 2x tĂ€glich: Wie gehts uns, Mund einmal öffnen, A sagen, schön, bis morgen 🙂

    Tipps fĂŒr diese Zeit:
    – esst und trinkt, aber langsam. Man schluckt etwas anders.
    – fleißig Schmerztabletten nehmen + Pantoprazol (alle beschrieben Schmerzlevel sind natĂŒrlich mit der Einnahme von Schmerzmittel beschrieben). Ich brauchte nur 3x 600mg Ibu am Tag und nach der OP eine Paracetamol Infusion. Die tat wirklich gut.
    – Eis! Ich genoss bestimmt fĂŒnf StĂŒck am Tag. Billigstes Wassereis war mein Renner. Zu dem Zeitpunkt hilft die KĂŒhle sehr.
    – lasst euch Eiswickel fĂŒr den Hals geben, ungemeiner Mehrgewinn. Coronabedingt war ich ab Tag 2 alleine auf meiner Station und hatte „access all areas“ mit Backstage Passes fĂŒr die StationskĂŒche haha. Ich nahm mir da alle 3 Stunden einen neuen Halswickel (Coolpacs ist einer „Krankenhausstrumpfhose“ gepackt) aus dem Gefrierfach heraus.
    – ich persönliche konnte nicht direkt ZĂ€hneputzen, die Mundöffnung ist eingeschrĂ€nkt gewesen. Damit fing ich aber ab Tag 2 an.
    – ich konnte ab Tag 2 online arbeiten. Man wird schnell mĂŒde aber es geht. Davor war ich zu platt.

    Post Op Tag 4-6, Schmerzlevel 3-5
    Ich wurde nach vier Tagen entlassen. Mir ging es gut, ich war aber schlapp. Manchmal pochte es im Mundraum wegen der Wundheilung. Ich konnte noch immer kaum sprechen. Essen ging, aber im Krankenhaus ging es gefĂŒhlt besser. Die Schmerzen Ă€nderten sich. Wassereis half weiterhin, die Coolpacs um dem Hals nicht mehr wirklich. Ich hatte eher ziehende Schmerzen (Ohren, Kopf- und auch leichte Zahnschmerzen). Das Essen tat weh, noch handlebar aber manche Portion wurde unterbrochen und spĂ€ter weitergegessen.
    Die Stimmung kippte ein wenig. Woran liegt das? Nach jeder Op geht es dir eigentlich Tag fĂŒr Tag besser. Nicht bei der Tonsillektomie. Also nicht bei mir. Das ist einfach ernĂŒchternd. Meine FibirinbelĂ€ge waren Ă€hnlich dick wie im Krankenhaus, laut Arzt aber recht dĂŒnn und zierlich.

    Tipps fĂŒr diese Zeit:
    – nehmt euer Schmerzmittel ein, vor allem nachts. Ich hatte seit OP Beginn nicht wirklich entspannt durchschlafen können. Rechnet damit, dass ihr tagsĂŒber auch mĂŒde seid. Ich war weiterhin bei Ibu 600mg 3x tĂ€glich. FĂŒhrt am besten ein Tagebuch wann ihr was eingenommen habt. Man verliert schnell den Überblick. Ich versuchte es auch mal mit Novalgin, bisschen Urlaub fĂŒr meine Nieren dachte ich mir, wirkte leider nichts. Mir wird schlecht vom Novalgin und es fĂŒhrt bei mir zu keiner Schmerzlinderung.
    – Esst, auch wenn ihr lange braucht. Esst Eis, das entspannt weiterhin. Trinkt weiterhin viel.
    – Redet aber nicht so viel, danach tut es einfach mehr weh.
    – macht euch ein Schmerztagebuch. Habe ich dreimal am Tag gemacht. Half mir irgendwie fĂŒrs mindset.
    – morgens tut es immer besonders weh. Bei mir dauerte das auch gut 1-2 Std. Der Mund ist dann trocken und wund. Viel trinken.

    Post Op Tag 7-9, Schmerzlevel 5-8
    Eine Woche nach meiner Op hatte ich meine Wiedervorstellung beim Operateur. Die Wundheilung verlief gut. Er war zufrieden. So weit so gut.
    Die FibrinbelĂ€ge lösten sich langsam. Die Schmerzen stiegen leider. Der Ohrenschmerz hörte auf. DafĂŒr kam ein neuer brennender Schmerz dazu. Leider auch der schmerzhafteste. Tja was soll ich sagen. Meine Laune war am Boden. Es tat wirklich weh. Schlucken war noch nie so schwer gewesen. Vielleicht hilft folgender Vergleich: es fĂŒhlt sich an wie ein Sonnenbrand im Mund und jedes Essen ist ein schönes Peeling. Ich konnte beim besten Willen so nicht Essen oder Trinken. Kalt tut genauso weh wie lauwarm. Alles richtig mies. Verzweiflung machte sich breit als die Ibu’s 600 3x tĂ€glich nur zur leichten Schmerzlinderung fĂŒhrten. Da ich Novalgin nicht vertrage, nahm ich „Tilidin 50/4 mg“. Meine Cola in der WĂŒste. Ein Opiat. Darauf wollte ich nur im worst case zurĂŒckgreifen, musste ich aber. Wirkungseintritt nach 15 min. und das Opiat sollte mich nicht enttĂ€uschen. Es wirkte wirklich Wunder (das heißt es tat nur noch so weh wie die Tage davor von Schmerzlevel 8 auf 3-4 wĂŒrde ich sagen). Aushaltbar. Ich bin dadurch nicht mĂŒde geworden. Ich kann es nur empfehlen, man gibt es hĂ€ufig Patienten postoperativ, es ist ein schwach wirksames Opiat. Ich weiß gerade nicht wie ich vor allem Tag 8 und 9 ohne Tilidin durchgestanden hĂ€tte. Es brennt halt extrem. Ein Blick in den Mund zeigte, dass sich viel Fibrin löste und die Haut darunter einfach noch gerötet war. Verheilt aber gerötet. Daher der Vergleich mit dem Sonnenbrand. Der Vergleich ist fies aber ich fand ihn treffend. Bei den ganzen Berichten habe ich mich immer gefragt, wie fĂŒhlt sich wirklich schmerzhaft an und jeder kennt das GefĂŒhl eines starken Sonnenbrand. Dieser ist halt seitlich im Mund wo die Mandeln waren. Manch einer fragt sich jetzt wieso ich nicht Schmerzlevel 10/10 angebe. Ich finde Schmerzen Level 9 und 10 sind einfach Schmerzen, die du gar nicht mehr in den Griff bekommst. War nicht so bei mir. Du kommst an deine Grenzen aber es dauerte bei mir nur 2 Tage. Dennoch wollte ich den Bericht zeitnah danach schreiben, denn der Mensch neigt dazu unschöne Ereignisse aus der Vergangenheit zu relativieren.

    Tipps fĂŒr diese Zeit:
    – mach dir bewusst, dass das die fieseste Zeit ist, schlimma wirds nimma.
    – hol deine starken Schmerzmittel aus der Reserve
    – es ist nicht schlimm, wenn du nicht viel essen kannst. Trink aber wenigstens. Nur zwei Tage bis zur Traumfigur.

    Post OP Tag 10 ff.;, Schmerzlevel 0-2
    Es sind nun 11 Tage vergangen. Mir geht es gut. Ich brauche 1-2 Ibu’s am Tag. 75% des Fibrinbelages ist weg. Ich habe morgens nur noch mĂ€ĂŸige Schmerzen. Dennoch nehme ich noch Schmerztabletten, damit es erst gar nicht zum SchmerzgedĂ€chtnis kommt. Ich kann besser essen, nicht einwandfrei aber besser. Dennoch kann ich noch nicht gĂ€hnen. Die Mundöffnung ist fast wieder auf dem alten Niveau. Mein ZĂ€pfchen ist noch immer angeschwollen. Ich schnarche deswegen noch immer (davor war das nie der Fall). Aber alles entspannt im Vergleich zu den Tagen davor.

    ResĂŒmee:
    Ja, ich wĂŒrde es definitiv wieder machen. Ja, es tat sehr weh aber nicht konstant, es gab halt Schmerzspitzen. Es war ohne die Schmerzspitzen gut auszuhalten.
    Außerdem stellten sich meine ach so „schönen Mandeln“ im pathohistologischen Befund als vernarbt und chronisch entzĂŒndet dar. Beide. Auch wenn der HNO’ler sagt, ja die sind nicht so groß und die sind nicht sehr vernarbt, es war bei mir der EntzĂŒndungsherd. Also richtig Entscheidung getroffen.
    Warum liest man dann immer diese Horrergeschichte von Mandel-OP’s? In meinen Augen ist es einfach psychisch anstrengend. Du hast Angst vor der OP, die schaffst du dann und die Schmerzen sind danach moderat. Diese verĂ€ndern sich aber daraufhin immer wieder und werden schlimmer. Das ist einfach zermĂŒrbend. Man kann sich auf nichts einstellen und hat nicht die Perspektive vor sich „morgen wird es ja besser“. Es wird besser aber morgen ist bei mir ab Tag 10 gewesen. Der Verlauf ist darĂŒber hinaus sehr individuell. Ich hatte keine Blutungen, keine Narkoseprobleme oder Komplikationen. Dennoch seid ihr zwei Wochen ganz sicher nicht arbeitsfĂ€hig. Auch wenn ihr nach Tag 10 schon happy seid. Bei mir verlief es optimal wĂŒrde ich sagen. Außerdem zog ich in meinen Tiefs immer den Vergleich zu den 5 Monaten davor. Hohes Fieber ist echt fies, es hat mich so geschlaucht, ich hatte wirklich keine LebensqualitĂ€t mehr. Stelle ich das mit den 2-3 Tagen an Schmerzspitzen, die heftig sind, gegenĂŒber, rate ich jeden sich lieber operieren zu lassen.
    Es ist nicht nur machbar, sondern gut machbar. Unterm Strich kommt man mit den meisten Tagen gut zurecht.

    Meine persönlichen Tipps:
    – ich habe tĂ€glich (schon am Abend nach der Op) 2x tĂ€glich 600 mg Ingwer-Konzentrat in Kapselform eingenommen. Googlet man Ingwer und Mandel-Op, werdet ihr dazu eine Studie finden. Kann auch reiner Placebo sein (und wenn auch ok) aber nach 10 Tagen bin ich fast schmerzfrei und die Wundheilung verlief sehr gut. Bei mir trat das ein was auch beschrieben wird, Schmerzlinderung und Förderung des Heilungsprozesses. Ich glaube trotz Schmerzspitzen kam ich im Schnitt sehr gut damit weg.
    – ich nahm ebenfalls 2 Tage prĂ€operativ noch Arnica D12, 3x tĂ€glich 5 KĂŒgelchen, ein. Ehrlich gesagt war das der Rat einer Bekannten. Ich halte davon nicht so viel aber hey ich darf mich nicht beschweren. Mir gehts super.
    -Trockenshampoo fĂŒr die Zeit nach der Op.
    -Ich las in einigen Berichten: nimm diesen Tee, nehme die Halstablette, spĂŒl damit um. Ganz im Ernst, nutzte bei mir nicht wirklich. Nehmt Schmerztabletten! Eine beschrieb alles in ZĂ€pfchenform parat zu haben. Habe ich nicht gebraucht. Beim Schlucken tut es in den Schmerzspitzen enorm weh aber mit dem Brennen danach geht der Schmerz nach 3 Minuten auch wieder weg.
    – in meinen Krankenhaus gab es eine SpĂŒlung zum umspĂŒlen (nicht gurgeln!): Hydrocortisonacetat-Suspension 0,5% mit Lidocain und Dexpanthenol 100g. Das betĂ€ubt ein wenig, denn zwischen Tag 6-9 tut es nach dem Essen einfach noch lange weh und brennt nach. Vielleicht bietet euer Krankenhaus aus so eine Suspension an. Ich musste aktiv danach fragen. Tipp einer Freundin, die auch im selben Krankenhaus operiert wurde.
    – trinkt viel, wenn Ihr Ibu einnehmt. 2 Liter sollten das schon bei 1800-2400mg Ibu am Tag sein. Die Nieren werden es euch danken. Kombiniert es mit Pantoprazol. Dann bedankt sich auch der Magen.

    Es ist gut zu schaffen. Ich drĂŒcke allen die Daumen 🙂
    An dieser Stelle vielen Dank an das Team des Waldkrankenhauses Bonn, den Berichterstattern dieser Homepage und dieser Plattform.

  2. Hallo,
    Ich möchte gerne auch meine Erfahrung mit meiner Mandelentfernung teilen.
    Ich (w, 26 Jahre) habe mir vor knapp 2,5 Wochen die Mandeln entfernen lassen. Im Vorfeld hatte ich wirklich Angst vor den bevorstehenden Schmerzen und eventuellen Nachblutungen. GlĂŒcklicherweise ist bei mir alles super verlaufen. Bereits am dritten Tag nach der OP hatte ich keinerlei Schmerzen mehr außer ein leichtes Kratzen im Hals (etwa so wie bei einer leichten beginnenden ErkĂ€ltung). Ich habe dann auch ab Tag drei keinerlei Schmerzmittel mehr genommen. Die Schmerzen kamen nicht zurĂŒck. Haare gewaschen habe ich zum ersten Mal am zweiten Tag nach der OP, ZĂ€hne geputzt bereits am OP-Tag. Spazieren war ich ab dem ersten Tag nach der OP, habe nur versucht mich nicht zu ĂŒberanstrengen (Puls nicht ĂŒber 100 bekommen). Feste Nahrung gab es bei mir ab dem ersten Tag nach OP. Tag fĂŒnf nach OP konnte ich weitestgehend wieder normal essen (Großes Problem waren bei mir Essensreste, die sich in den Wundhöhlen verfangen haben und erst nach Stunden wieder herausgefallen sind). Ich habe jeden Tag zwischen 3 – 3,5 l stilles Wasser und ungesĂŒĂŸten Tee getrunken. Das half sehr gut die WundbelĂ€ge los zu werden. Jetzt 2,5 Wochen nach der OP sind die BelĂ€ge gĂ€nzlich verschwunden und die tiefen Höhlen im Mund haben sich stark zurĂŒckgebildet.
    Mein #1 Tipp an alle wÀre: Keine Angst vorm Trinken!! Auch wenn es zunÀchst unangenehm ist, es hilft so sehr!

    Viele GrĂŒĂŸe

  3. Hallo ihr Lieben,

    ich möchte gerne auch die „Besonderheiten“ und Erkenntnisse meiner Mandel-OP teilen. Leider hatte ich eine der gefĂŒrchteten Nachblutungen, aber fangen wir von vorne an.
    Am 9.2.22 wurden mir meine Mandeln entfernt, alles ohne Komplikationen, allerdings mit NĂ€hten, was wohl der Stil meines Operateurs ist. Dieser sagte im Vorfeld, dass er das auch tĂ€te, um das Risiko fĂŒr Nachblutungen zu verringern. Am 11.2., also nach nur zwei NĂ€chten wurde ich dann entlassen. Habe vorher so viele Erfahrungsberichte gelesen und wusste da schon, dass der Krankenhausaufenthalt vergleichsweise kurz ist, aber wer ist schon gerne im Krankenhaus? Außerdem waren meine Mandeln nicht besonders groß und als Laie redete ich’s mir so schön und freute mich einfach auf zu Hause. Ich befolgte alle Tipps, die ich gelesen habe, habe direkt getrunken und auch gegessen, Toast, Kartoffelpurree, Lachs usw. – alles kalt, immer schön gekĂŒhlt, Schmerzmittel genommen und mich sehr sehr viel geschont. Schmerzen waren da, aber vor allem nur beim Schlucken und gemessen an den ganzen Berichten und mit den Schmerzmitteln, war es auszuhalten. Apropos Schmerzmittel: im Krankenhaus bekam ich Diclac und Novalginsaft, fĂŒr zu Hause schrieb mir der HNO Voltaren Dispers (was wohl das gleiche wie Diclac ist) und nochmal Novalgin auf. Naja die Tage vergingen und ich fĂŒhlte mich schon fast ĂŒberlegen, weil ich so gut zurecht kam, nahm immer schön die Tabletten und den Saft. Bis Sonntag Nacht, also dem 4. postoperativen Tag. Ich wachte auf und fĂŒhlte, dass was anders war, der Hals fĂŒhlte sich so „locker“ an und dann spĂŒrte ich auch schon, dass sich schneller als normal FlĂŒssigkeit in meinem Mund sammelte. Ich nahm direkt ein KĂŒhlpad, weckte meinen Mitbewohner und wartete einige Minuten, es kam immer wieder etwas Blut, also wirklich komplett rote Spucke, aber es war nicht sonderlich viel. Ich hatte die Worte des HNO im Ohr: im Zweifel lieber den Krankenwagen rufen. Das tat ich dann. Als die SanitĂ€ter ankamen, war es schon fast wieder gut, ich dachte die lassen mich bestimmt zu Hause und es war falscher Alarm, sie nahmen mich mit, aber in ein anderes Krankenhaus, als das in dem ich operiert wurde. Dort angekommen, blutete ich nicht mehr, die Pfleger der Notaufnahme ignorierten mich mehr oder minder, ich saß zwei Stunden im Bett auf dem Flur und wartete auf den HNO. Ich hab mich wie eine Idiotin gefĂŒhlt, die völlig ĂŒbertrieben hat. Als der Arzt dann kam, meinte er zu meiner Verwunderung direkt, dass ich drei NĂ€chte bleiben soll und wurde das erste von vielen Malen gefragt, ob ich wirklich nach nur zwei NĂ€chten aus dem anderen KH entlassen wurde oder freiwillig gegangen sei. Ich wurde auf Station in mein Zimmer gebracht und wollte das beste aus der Situation machen, bis ich husten musste. Direkt danach fĂŒllte sich mein Mund mit Blut, ich spuckte aus, klingelte nach den Schwestern, die auch schnell kamen und sobald ich den Mund schloss war er direkt wieder voll, so dass ich mindestens drei große SchlĂŒcke Blut trank, bis ich eine Art Kotzbeutel aus Plastik bekam, wo es dann rein floss. Es war so schrecklich, ich hatte Todesangst. Ich wurde direkt in den Behandlungsraum gebracht, wo der Arzt erst Blut absaugte und dann versuchte mir einem mit einem Mittel getrĂ€nkten Tupfer die Blutung zu stillen. Ich musste wĂŒrgen, so gab er mir dieses Mittel in Wasser verdĂŒnnt und ich sollte spĂŒlen. WĂ€hrend dieses Prozesses dachte ich, mir wĂŒrde die Nase laufen, bemerkte beim Wegwischen aber, dass es Blut war. Zum GlĂŒck hörte die Blutung dann aber auf. Ich war so unendlich erleichtert, es war das schlimmste was ich je am eigenen Leibe erlebt habe. Ich musste danach zwei Stunden in meinem Bett sitzen, mit KĂŒhlpack im Nacken und warten ob es nochmal anfĂ€ngt. Ich habe mich zwei Stunden aus Angst gar nicht bewegt. Zum GlĂŒck fing es danach auch nicht mehr an, es ist der 12. postoperative Tag, ich hab immer noch Angst, dass es nochmal passiert. Es kamen wirklich oft Schwestern rein, jede einzelne fragte, ob ich wirklich am Mittwoch operiert und Freitag entlassen wurde, das war fĂŒr alle dort echt unvorstellbar. Vormittags zur Visite kam dann eine Ärztin, die mir dazu noch sagte, dass in diesem Krankenhaus kein Voltaren gegeben wird, weil dies wohl Blutungen fördern kann. Ich weiss, dass viele Patienten nach der Mandel-OP Voltaren bekommen, ich persönlich wĂŒrde – wĂŒrde ich die OP nochmal machen mĂŒssen – definitiv nach einem anderen Mittel fragen. Ich wurde dann dort nach zwei NĂ€chten entlassen und kuriere seit dem wieder zu Hause. Ich hoffe sehr, dass ich keine weitere Blutung bekomme, diese FibrinbelĂ€ge sind nach wie vor noch in Höhlen, in denen die Mandeln saßen. Das Risiko einer Nachblutung ist nicht zu unterschĂ€tzen und das wĂŒnsche ich keinem. Also liebe Leser, ruft einen Krankenwagen, wenn ihr im Zweifelt seid! Es ist wohl nicht ungewöhnlich, dass einer grĂ¶ĂŸeren Blutung eine kleinere vorrausgeht und redet mit eurem Arzt/eurer Ärztin ĂŒber die Wahl des Schmerzmittels. Ich weiss jetzt, dass ich kein Voltaren mehr nehmen werde, wenn ich irgendeine grĂ¶ĂŸere Wunde habe und es gibt ja auch andere Schmerzmittel.
    Ich wĂŒnsche allen zukĂŒnftig Operierten alles Gute, nehmt es nicht auf die leichte Schulter und drĂŒckt mir die Daumen, dass es bei mir jetzt einfach nur noch weiter heilt 🙂

  4. Hallo Chiara, vielen Dank, dass du deine Geschichte hier geteilt hast. Ich war selbst schon in HNO-Kliniken, wegen einigen Krankheiten. Es erfordert Mut darĂŒber zu schreiben.

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