Thema Körperpflege

Die Körperpflege stellt neben dem Essen eine weitere Herausforderung nach der OP dar. Wann darf ich das erste Mal wieder duschen? Wie schaffe ich es, die Zähne zu putzen ohne die Wunde zu reizen? Hier ein paar Antworten, die erneut bloße Richtwerte sein sollen:

Zahnpflege

Sie haben eine frische Wunde im Mundbereich – Zahnpasta, die Benutzung von Zahnseide, die Verwendung klassischer Mundspülungen (z.B. Listerine), minzehaltiger „Zahnpflege-Kaugummis“ und elektronischer Mundduschen scheidet daher für eine Weile aus.
Beschränken Sie sich in der ersten und zweiten Woche nach der OP auf eine rudimentäre mechanische Zahnpflege ohne Zahnpasta und lassen Sie die hinteren Bereiche unbedingt komplett aus. Die Gefahr, mit der Zahnbürste an die Wunde zu kommen ist einfach zu groß, da man schnell in die gewohnte Routine verfällt und „drauflos putzt“. Besorgen Sie sich für die dritte Woche gegebenenfalls ein mildes Kinderzahngel, da diese bei Kontakt mit der Wunde tendenziell weniger stark reizen. Unbedingt meiden würde ich jedwede Zahnpasta mit Minze/Atemfrische. Was sonst erfrischend wirkt, brennt nach der OP in ungeahnter Heftigkeit. Zahnseide sollten Sie erst wieder benutzen, wenn die Wunden abgeheilt sind. Sie merken aber ganz intuitiv vermutlich selbst am besten, ab wann Sie wieder „normal“ die Zähne putzen können.

Was den Mundgeruch abmildert – wenn auch leider nicht ganz verhindert – sind Spülungen mit lauwarmem oder kaltem Tee. Hier bietet sich insbesondere Kamillentee an, dem diesbezüglich eine spürbar positive Wirkung attestiert werden kann.

Morgentoilette

Durch die reduzierte Nahrungsaufnahme und die Umstellung Ihres Essverhaltens ändert sich vermutlich die morgendliche Routine im Bad. Im Internet habe ich häufig den Hinweis gefunden, dass es durch die veränderte Nahrungsaufnahme und Einnahme der Schmerzmittel zu Verstopfungen kommen kann. Sollten Sie dies noch im Krankenhaus feststellen, bietet es sich an die Pflegerinnen bzw. Pfleger darauf anzusprechen. „Pressen“ ist eine ausgesprochen schlechte Idee – einen „roten Kopf“ wollen Sie der Wunde nicht wirklich antun. Nehmen Sie daher mögliche Probleme beim Stuhlgang nicht auf die leichte Schulter, da hierdurch gerade in den ersten kritischen Tagen nach der OP schnell gravierende Blutungen an den Wundstellen auftreten können.

Haar waschen und duschen

Auf der Packliste für das Krankenhaus steht bewusst der altbewährte Waschlappen, da Sie auf die tägliche Dusche für rund zwei Wochen verzichten müssen. Das klingt unangenehm, lässt sich aber mit der guten alten Katzenwäsche zumindest in Ansätzen kompensieren. Neben der körperlichen Schwäche, die eine Dusche zu Beginn schlicht unmöglich macht, gibt es gute medizinische Gründe, die gegen die Dusche bzw. speziell das Haare waschen sprechen: Durch das warme Wasser würden Sie die Durchblutung fördern, was naheliegenderweise gerade im Kopfbereich ausgesprochen nachteilig wäre. Durch die Wärme weiten sich außerdem die Gefäße und – Sie ahnen es schon – dies erhöht das Risiko einer Nachblutung weiter. Diese Körperreaktion käme also zur physischen Belastung, was Ihren Puls alleine schon in viel zu hohe Höhen treiben würde, hinzu. Daher unbedingt sein lassen und halt mal etwas „nach Patient riechen“.

Meine persönliche Erfahrung:
Ich habe nach zwei Wochen das erste Mal wieder (kurz) geduscht. Eine Woche lang habe ich mich dabei mit maximal lauwarmem Wasser begnügt und den Kopfbereich nur kurz benässt. Erst nach der dritten Woche habe ich wieder Shampoo benutzt, da ich dann gefühlt „überm Berg war“ und mich dazu auch wieder kräftig genug gefühlt habe.

… jetzt wissen Sie auch, warum es im ersten Kapitel den Tipp mit dem Friseurbesuch vor der OP gibt.