1 Jahr danach – ein erstes Fazit

Mit dem Abstand eines Jahres, würde ich sagen, dass die OP und die Zeit danach gar nicht so schlimm waren. Der Mensch neigt jedoch dazu, negative Erlebnisse mit der Zeit zu verdrängen… So dominiert inzwischen die Erinnerung, dass ich während dieser Phase einfach mal richtig viel freie Zeit hatte und „es dann urplötzlich besser wurde“. Tenor: Es war nicht angenehm, aber es ging auch vorbei und war sogar weniger schmerzhaft als vermutet. Die Nachblutung war ärgerlich, da es mich – neben einer zweiten OP und weiteren Tagen im Krankenhaus – fast eine Woche zurückgeworfen hat. Hier hatte ich wohl einfach Pech, denn die Chancen, dass eine behandlungsbedürftige Nachblutung auftritt, liegen selbst bei Erwachsenen nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Aus medizinischer Sicht sind mir in den letzten Monaten zwei Dinge aufgefallen:
Der Rachen sieht wieder absolut symmetrisch aus, sprich der Gaumenbogen ist an beiden Wundseiten wieder nachgewachsen. Natürlich ist da keine Tonsille gewachsen, aber bei der OP wurde unterschiedlich stark abgetragen und dies hat sich inzwischen ausgeglichen. Von der Wunde ist überhaupt nichts mehr zu sehen.
Was jedoch immer noch anders ist, ist das Schluckverhalten. Als würde ein natürlicher Widerstand fehlen, neige ich auch ein Jahr nach der OP noch dazu, Speisen in deutlich größeren Portionen als zuvor zu schlucken – es passt ja nun auch leichter durch. Dies passiert außerdem wenig kontrolliert, da der Schluckreflex früher und stärker als zuvor einsetzt. Vermutlich täte ich gut daran, vor dem runterschlucken noch weiter zu kauen oder zumindest kleinere Portionen zu schlucken. Möglicherweise pegelt sich dies aber auch mit der Zeit noch ein.

Bleibt noch die Antwort auf die Frage, ob es seit der OP irgendwelche gesundheitlichen Probleme (quasi als Nachfolgebeschwerde zur Mandelentzündung) gab. Die klare Antwort lautet: nein. Keine Halsschmerzen, kein roter Hals, kein auffälliger Husten – nichts. Dazu die erfreuliche Gewissheit, dass nie wieder eine Mandelentzündung mit all den Unannehmlichkeiten droht. Dies lässt für mich die Entscheidung für die Entfernung der Mandel auch im Nachgang als absolut richtig erscheinen.
Ich bin daher davon überzeugt, dass Sie mit etwas Abstand nach Ihrer OP ebenfalls ein positives Fazit ziehen werden. Für die OP selbst und die ersten Wochen danach sind Sie nach dieser Lektüre nun gerüstet.

Alles Gute!