Die Entlassung aus dem Krankenhaus

Die Entscheidung, ob Sie entlassen werden, hängt in erster Linie davon ab, wie die Wunde bereits verheilt ist und ob Sie einigermaßen normal essen und trinken können – wobei normal relativ ist. Da das Krankenhaus eine Fallpauschale für die Tonsillektomie bekommt, sollte eigentlich auch kein übermäßiges Interesse daran bestehen, Sie möglichst lange da zu behalten. Üblich sind für die Zeit im Krankenhaus wie bereits angesprochen 4 Nächte, bzw. 5 Tage.

Die Entlassung erfolgt meist im Nachgang an die morgendliche Visite, so dass Sie im Laufe des Vormittags abgeholt werden können. Ich war gegen 10 Uhr morgens durch die Tür. Die folgende Dinge sollten Sie im Entlassungsgespräch mit dem diensthabenden Arzt beachten:

  • Vorläufiger Arztbrief: Diesen (vorläufigen) Befund bekommen Sie vom diensthabenden Arzt mit. Er ist in erster Linie für den nachbehandelnden Arzt (sprich ihren HNO-Facharzt) und muss von einem Laien nicht wirklich verstanden werden …
  • Krankschreibung: Denken Sie an die Krankschreibung für die nächsten Tage. Hierfür brauchen Sie Ihre Versichertenkarte
  • Rezept für die Schmerzmittel: Besprechen Sie mit dem Arzt, welche Mittel Sie in den nächsten Tagen in welcher Häufigkeit und für wie lange einnehmen sollen und lassen Sie sich diese unbedingt auch verschreiben. Idealerweise verschreibt Ihnen der Arzt die gleichen Mittel die Sie schon im Krankenhaus genommen haben, so dass Sie wissen wie Sie diese auch vertragen. Vergessen Sie dabei nicht den Magenschutz, der die nachteilige Wirkung der Schmerzmittel abfedert. Meist bekommen Sie die Medikamente für den laufenden Tag noch mit, aber auch danach sollte die Schmerztherapie unbedingt fortgesetzt werden. Lassen Sie sich die verschriebenen Medikament für die Zeit zu Hause dann direkt von jemandem besorgen – hierfür brauchen Sie wieder einen Ihrer Helfer. Mehr dazu im Kapitel „Schmerzen„.
  • Offene Fragen klären: Stellen Sie alle Fragen, die Sie noch haben (und die nicht bereits durch diese Webseite geklärt werden konnten) und nutzen Sie die Gelegenheit etwaige Unklarheit bzgl. der nächsten Tage loszuwerden. Die Ärzte haben grundsätzlich zwar nur wenig Zeit, aber Sie sollten das Krankenhaus nicht mit offenen Fragen verlassen.

Jetzt kann es – in Begleitung und auf keinen Fall selbst am Steuer sitzend – nach Hause in die eigenen vier Wände gehen. Die erste Etappe wäre geschafft!

Mein Tipp:
Fragen Sie die diensthabende Pflegerin bzw. den diensthabenden Pfleger, ob Sie ein paar von den Pappschalen mitnehmen dürfen. In den Folgetagen werden Sie häufiger etwas Blut im Speichel haben (insbesondere am Morgen nach dem Aufwachen). Ich fand es da sehr beruhigend, den Verlauf der Blutung durch regelmäßiges Ausspucken beobachten zu können und so zu sehen, ob die „rote Stelle“ von selbst wieder aufgehört hat zu bluten.
Letztlich erwies sich diese „Spuckschale“ knapp eine Woche nach der Entlassung auf der erneuten Fahrt ins Krankenhaus als höchst wertvoll, aber dazu mehr im Kapitel „Risiko Blutung„.