Die Operation an sich

Die Operation selbst erfolgt unter Vollnarkose und ist eine der in Deutschland am häufigsten vorgenommenen Operationen überhaupt. Die sog. Tonsillektomie gilt inzwischen als Routineeingriff. Bei einem normalen Verlauf, werden Sie etwa eine knappe Stunde „weg“ sein. Die Dauer der eigentlichen OP beträgt in etwa 20 bis 30 Minuten.

Wie läuft das Prozedere rund um die OP ab:
Ihr Beitrag zum Gelingen fängt damit an, dass Sie nüchtern zum OP-Termin erscheinen. Beachten Sie daher unbedingt die Zeiten, wann Sie zuletzt etwas essen und trinken dürfen (meist sagt man ab Mitternacht vor der OP, unbeachtlich wann die OP am Folgetag dann ist). Im Krankenhaus angekommen, wird man Sie auf Ihr Zimmer bringen, wo Sie das klassische Flügelhemdchen (welches hinten recht luftig ist) und Thrombosestrümpfe anlegen. Rund eine halbe Stunde bevor es in den OP geht, bekommen Sie eine Thrombosespritze und außerdem eine Tablette (meist wird dies Dormicum sein), die mit so wenig Wasser wie möglich getrunken werden soll. Dieses leichte Hypnotikum wird Sie vor der OP etwas sedieren, Ihnen also u.a. die Angst vor der OP nehmen. Danach geht es in Ihrem Bett in der Horizontalen in den Operationsbereich.

Ich erinnere mich, dass die Wirkung des Medikaments genau die beabsichtigte war und mir zwar sehr bewusst war, dass es jetzt in den OP geht, ich diesbezüglich aber völlig gelassen blieb – obwohl es meine erste Operation überhaupt war. 
Im OP-Bereich angekommen, werden Sie mehrfach gefragt, wie Sie heißen und welcher Eingriff geplant ist – eine Verwechslung soll hierdurch absolut undenkbar werden. Mir hat dies auf jeden Fall ein gutes Gefühl gegeben – was wohl nicht nur an dem Sedativa lag… Währenddessen wurde ich auf eine spezielle OP-Liege umgebettet. Auf dieser recht schmalen Liege können Sie für die Zeit der Narkose besser fixiert werden, denn diese verfügt über seitliche Halterungen für den Arm, in dem sich dann auch der Zugang für die Narkose befindet. Darauf liegend, geht es dann in die sog. Einleitung. Dort legt der Anästhesist den bereits genannten Zugang und auch diverse Sensoren an Sie an.

Ist alles zur Zufriedenheit der Ärzte, bekommen Sie zur Steigerung der Sättigung des Blutes Sauerstoff über eine Atemmaske (um die kurze Sauerstoffunterversorgung zwischen Eintritt der Narkose und Setzen des Beatmungsschlauches zu überbrücken). Parallel wird das Narkosemittel (meist Propofol, da dies umfangreich erprobt und für die meisten Patienten sehr gut bis gut verträglich ist) injiziert und dann sind Sie auch schon fast „weg“. 
Ich erinnere mich, dass eine angenehme Wärme den Arm hochstieg. Die Erinnerung endet mitten in der Frage des Arztes, ob ich denn gleich von einem Cocktail am Strand auf Hawaii träumen möchte und… an den Rest des Satzes kann ich mich nicht erinnern. Die nächste Erinnerung ist dann ziemlich genau eine Stunde später im Aufwachraum, als ich wieder in meinem Krankenhausbett lag und überhaupt nicht wusste wo ich mich befand. Kurz danach war ich einfach nur verwundert, dass ich tatsächlich nichts von der OP mitbekommen hatte und natürlich auch erleichtert, dass es geschafft war.

Jemand von der Station holt Sie dann ab und rollt Sie wieder in Ihr Zimmer, wo Sie im Zuge der Nachwirkung der Narkose vermutlich die verbleibenden Stunden des ersten Tages ohne Ihre Tonsillen weitgehend verschlafen werden. Sie haben es geschafft!

Und herzlichen Glückwunsch: Ab jetzt werden Sie nie wieder eine Mandelentzündung haben!

Mein Tipp: 
Da der Zugang während der ersten Tage im Krankenhaus drin bleibt, würde ich dringend empfehlen, dass Sie den Arzt /die Ärztin fragen, ob er oder sie mit einem der Handrücken als Stelle für den Zugang einverstanden ist. Den Zugang auf dem Handrücken gelegt zu bekommen ist zwar etwas schmerzhaft, aber eben auch nur ein einmaliger kurzer Schmerz. Dafür stört der Zugang an dieser Stelle danach fast gar nicht. Mein Zimmerkollege hatte seinen Zugang in der Armbeuge und fand diesen beim Schlafen ausgesprochen lästig. Im Nachhinein betrachtet war das Legen des Zugangs der einzige Schmerz den ich im Rahmen der OP bewusst gespürt habe – und dieser war absolut erträglich.