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Neueste Erfahrungsberichte – trinken trinken trinken…

von | Allgemein | 10 Kommentare

Dezember 2018 – Mandel-OP mit Ende 30

Moin moin & viele Grüße an die Leser und den Betreiber dieser Seite!
Mit Ende 30 die Mandeln entfernt zu bekommen ist ja angeblich nicht sooo einfach, daher haben mir die Infos hier sehr geholfen mich auf die OP vorzubereiten, mich überhaupt für die OP zu entscheiden und letztendlich auch die Wochen danach gut durchzustehen.
Da mir das so gut tat, möchte ich auch gerne meine Erfahrungen teilen:

Vorab: Ich hatte seit Anfang Juni (2018) im Grunde jeden Monat eine Mandelentzündung. Die erste trat nach einer initialen schweren Erkältung auf. So ging das dann jeden Folgemonat: Zwei Wochen gesund, zwei Wochen Mandelentzündung. Nach der vierten Entzündung hatte ich die Nase voll und wollte die Dinger nur noch loswerden. Meine HNO-Ärztin wollte sich zunächst an die offizielle Regelung halten (Erst nach sechs Mandelentzündungen innerhalb der letzten 12 Monate operative Entfernung), ich konnte sie dann aber überzeugen, dass vier Monate in Folge je eine Entzündung ja durchaus einen gewissen Trend erkennen lassen. Also gab sie mir eine Überweisung, mit der ich ins St. Franziskus-Krankenhaus in Köln ging, welches nur wenige Gehminuten von Zuhause entfernt liegt.
Dort erkannte der Arzt sofort, dass sie rausgehören. Ich bekam dann einen Termin Anfang November und in der Wartezeit bis dahin dann noch die Mandelentzündung Nr. 5. Ich hatte schon kurz Angst, dass sie deswegen nicht entfernt werden könnten. Der Arzt meinte aber, man würde das auch im entzündeten Status durchziehen – wenn die Entzündung nicht zu heftig wäre.

Am OP-Tag war ich morgens um 8:30 schon da, allerdings wurde ich erst 12:30 in den OP geschoben. Ich bekam die Maske auf und war recht schnell weg. Geplant war bei mir die übliche Entfernung mit dem kautieren (elektrischen veröden) der Gefäße. Allerdings musste dann während der OP rechts doch genäht werden, weil irgendein größeres Gefäß unerwartet erwischt wurde.
Als ich aufwachte, lag ich mit drei weiteren Patienten in einem Aufwachraum. So langsam kam ich zu mir und dann ging‘s auch schon bald aufs Zimmer.

Was mir übrigens direkt in den ersten Stunden nach der OP wahnsinnig gut tat, war die Anwesenheit meines Freundes, der sich ganz gut um mich kümmerte.

Zum Thema Schmerzen muss ich sagen, dass es bei mir etwas anders lief als bei den meisten Berichten hier. Bei mir waren sie von Anfang an da und da noch auf einem verhältnismäßig hohen Niveau. Hinterher erfuhr ich, dass das was mit dem oben erwähnten Vernähen der Wunde zu tun hatte.
Da ich wusste, dass essen und trinken von Anfang an wichtig sind um die Heilung zu fördern, trotz der dabei auftretenden Schmerzen, fing ich sofort an zu trinken. Später am Abend bekam ich auch gleich richtig zu essen. Das war im Grunde ein normales Abendessen: Mischbrot mit Leberwurst, Käse und Quark.
Essen und Trinken waren nicht wirklich schön; die Schmerzen beim Schlucken fühlten sich im Grunde so an wie bei einer schweren Mandelentzündung. Sie waren aber nicht so schlimm wie ich es nach der Lektüre dieser Seite erwartet hätte. Ich war mit dem Essen auch immer schon nach so 10 Minuten fertig.
Der Trick war ca. 30 Minuten vor dem Essen Schmerzmittel zu nehmen (bei mir war es jeweils eine IBU 600 und 30 Tropfen Novalgin) – vergleichsweise wenig aber machte das alles was erträglicher. Ohne Mittelchen ging es aber tatsächlich sehr schlecht.

Ab Tag zwei wurde es schon was besser mit den Schmerzen und die zwei kommenden Tage blieben schmerztechnisch auf einem ähnlichen Niveau. Die Ärzte erwarteten eine Verschlimmerung, die aber bis zur Entlassung ausblieb.
Ich habe seit der OP immer viel stilles Wasser getrunken, so ca. alle 5-10 Minuten ein paar Schlückchen. Die Ärzte hatten mir außerdem nahegelegt, Kaugummi zu kauen um die Heilung weiter zu begünstigen. Das hatte übrigens den netten Nebeneffekt, dass ich meinen Mundgeruch nicht so stark spürte, der mich wirklich nervte. Zähneputzen durfte ich dann endlich ab Tag drei.
Dank meiner Fokussierung auf das viele Trinken, regelmäßige Essen und dem Kaugummikauen schritt die Heilung auch ganz gut voran.

Ich hatte nach vielen Berichten erwartet, dass es mich ab Tag drei umhaut, aber im Grunde passierte gar nichts. Schon ab Tag zwei rannte ich durchs Krankenhaus und guckte mir Stationen an und verbrachte sonst viel Zeit vor Netflix und Co.
Ich hatte jeden Tag ein bis zwei Besuche. Manchmal ging es sehr gut, manchmal weniger. Sprechen strengt schon etwas an. Meine Besucher wussten aber was sie erwartet, so war es kein Problem, wenn ich mal nicht so lange durchhielt.
An Tag sechs wurde ich entlassen und fuhr in Begleitung meines Freundes in einem Taxi die wenigen Meter nach Hause. Da ich jetzt erst wusste was ich essen konnte (im Grunde völlig normal), hatte ich eine Einkaufsliste fertig gemacht und konnte meinen Freund ums Eck einkaufen schicken. Er war übrigens sehr froh, dass ich ihn rechtzeitig vorher gebrieft hatte und wusste worauf er sich da einlässt (dank des Kapitels „Ratschlag 1“ hier).
Jetzt Zuhause war ich mit den gleichen Schmerzmitteln wie im Krankenhaus auf mich alleine gestellt und verbrachte die folgenden Tage überwiegend mit Netflix auf der Couch.
Ich war im Grunde die ganze Zeit recht fit und fühlte mich bei weitem nicht so abgeschlagen, wie hier zu lesen war – fernab vom geschilderten Embryo-Szenario ;). Das liegt aber vielleicht auch daran, dass ich allgemein recht sportlich bin und das evtl. deswegen besser vertragen habe. Ich bin schon einen Tag später wieder selbst einkaufen gegangen, war jeden Tag ein bisschen spazieren und hatte auch jeden Tag Besuch.
Ich gab mir sehr Mühe mich nicht anzustrengen, trank keinen Kaffee und keinen Alkohol. Ich habe ab Tag drei lauwarm geduscht. Wichtig ist, nicht heiß zu duschen, kalt ist ebenso zu vermeiden.
Ein Tipp übrigens für das Haare waschen im Krankenhaus: Einfach die Haare mit dem Waschlappen nass machen, dann Haarwaschmittel auf den Kopf verreiben und dann mit dem klitschnassen Waschlappen rauswaschen. Funktioniert hervorragend, zumindest wenn man kurze Haare hat.
Zwei Tage nach der Entlassung war ich dann zum ersten Mal bei meiner HNO-Ärztin, die auch von der Heilung begeistert war. Ich bekam eine Woche später noch mal einen Kontrolltermin.
Noch mal zu den Schmerzen: Die wurden ab Tag vier etwas besser, danach aber bis Tag sieben täglich etwas schlimmer. Am achten Tag war für mich der Peak: gefühlt wirkten die Schmerzmittel nicht mehr gut und ich hielt es kaum aus – entweder versuchte ich mich durch rausgehen abzulenken oder sie weg zu schlafen. Das gelang mir auch ganz gut. Danach wurde es jeden Tag etwas besser und irgendwann, nach zwei Wochen waren sie mit nur einer IBU komplett weg.
Was mir mental in Schmerz-Momenten gut half, war das Wissen, dass sie irgendwann weg gehen und vor allem, dass ich nie wieder eine Mandelentzündung haben werde.
Dank der Naht in meinem Rachen, hielten an dieser Stelle die Schmerzen in leichter Form noch lange an, während sie ansonsten schon nach Woche zwei komplett weg waren. Mit so einer Naht hat man noch länger „Spaß“ in Form von sehr erträglichen Schmerzen. Erst nach der vierten Woche fiel der letzte Teil der Naht raus.
Ich hatte in den ersten drei Wochen schon ziemlich Angst vor Nachblutungen, vor allem, weil ich nicht noch mal ins Krankenhaus wollte.
Ich vermied bis Tag 14 mir in den Rachen zu schauen, da ich wusste, dass mich das verrückt machen würde – ich bin manchmal was hypochondrisch veranlagt ;). Und was sollte mir das auch bringen? Davon heilt es auch ja nicht besser und wenn ich Nachblutungen habe, werde ich das schon merken.
Aber – nichts passiert, alles gut verlaufen.

Unterm Strich würde ich sagen: Macht euch nicht verrückt, viele andere haben das auch durchstanden. Wer es nötig hat die Mandeln entfernen zu lassen, kennt sich mit Schmerzen eh aus, viel schlimmer als diese Mandelschmerzen war es bei mir dank der Medikamente nur kurz und wenn man die Genesung unterstützt, passiert auch nicht so viel. Klar, man kann Pech haben – allerdings ist es immer noch viel wahrscheinlicher, dass nichts passiert.
Wichtig ist, dass ihr die Schmerzmittel immer konstant nehmt, versucht zu akzeptieren, dass sie halt da sind und sie am besten nicht zu ernst nehmt. :)

 

August 2018 – Alles gar nicht so schlimm

Hallo liebe Mitoperierte,

Ich hatte vor nun 7 Tagen meine Mandeln OP (Anm.: Anfang August). Es ist nicht angenehm, aber man überlebt es.
Also Freitag Termin für die OP, natürlich total nervös gewesen. Punkt 9Uhr morgens im KH aufgelaufen und dann erfahren, dass meine OP erst um 15 Uhr ist. Also Zimmer bezogen und Unterhaltungen mit diversen Patienten geführt. Machte die Sache etwas besser, da waren teilweise echt krasse Sachen dabei, da war meine OP ein Witz dagegen. Nur mein Kopf wollte das nicht einsehen :D
Nun denn – OP kam, die „Egal-Tablette“ wirkte nicht, Herzschlag am Limit, im OP die Nadel der Narkose indizierte die selbige. Auch zuerst ohne Effekt. Narkose Arzt nahm dann eine 2te Spritze und erst dann war ich plötzlich weg. Wurde wieder wach als man mich von der Trage im OP ins Bett gehoben hat. Dort erfuhr ich, dass der Narkosearzt die 4-5 fache Dosis brauchte und man mich fragte, ob ich immer so nen Herzschlag hätte, bzw. daheim Schmerzmittel nehmen würde (nehme gar nichts). Nunja – hatte ein 2-Bett Zimmer, war ganz angenehm. Schmerzen waren mitunter unangenehm, Tabletten hatten nicht gewirkt (nicht mal die auf Opioid-Basis) also hab ich auf Zäpfchen umgestellt und damit war es echt auszuhalten. Es wurden mindestens 7 Tage veranschlagt. Aber aufgrund guter Heilung wurde ich schon nach 6 Tagen entlassen.
Als Tipp: Ich habe jeden Tag Kaugummi gekaut, das fördert die feuchten Beläge, und nehmt Ingwer-Tabletten. Es gibt seit Anfang des Jahres eine Studie die besagt, dass das die Wundheilung um 50% beschleunigt. Nun ich kann es bezeugen; bei mir hat es geklappt. Keine Blutungen, es ist Tag 7 und der Schorf ist quasi weg.

Achja ich bin 29 und hab jahrelang damit rumgemacht Mandeln so groß wie Golfbälle zu haben.

Grüße Markus

 

Juni 2018 / 1 – trinken trinken trinken

Mir wurden die Mandeln aufgrund einer chronischen Mandelentzündung mit 20 Jahren entfernt. Die OP verlief komplikationslos und schon am Abend gab es weiches Brot und Pudding. Unter Einnahme vieler Schmerzmittel hatte ich keinerlei Schmerzen und konnte von Tag zu Tag immer besser Essen. Hauptsächlich gab es gekochtes Gemüse und Brot. Täglich habe ich 3 Liter Wasser getrunken und sehr viele Eiswürfel gelutscht. Die Zeit im Krankenhaus verlief recht unspektakulär, viel bewegen will man sich von selbst auch nicht. Ich fühlte mich schlapp, aber der Kopf war klar. Am Tag 5 durfte ich das erste mal duschen und Haare waschen. Am 6. Tag wurde ich entlassen. Das einzig schmerzhafte war ab diesem Tag die neue Haut. Bei mir hatten sich links die Beläge schon gut gelöst und die neue dünne Haut war super gereizt und tat sehr weh. Aber auch dies ging nach 3 Tagen vorbei. Bereits ab Tag 8 hatte ich links gar keine Beläge mehr und rechts nur noch leichte. Ab Tag 10 ging es mir wieder richtig gut und ich konnte alles essen (säurehaltige Lebensmittel und Krusten habe ich dennoch weiterhin gemieden), habe keine Schmerztabletten mehr genommen und habe mich wieder fit gefühlt. Nachblutungen gab es keine und der Heilungsverlauf war insgesamt überraschend schnell und unkompliziert!
Der behandelnde HNO Arzt hat nach 2 Wochen auch eine sehr positive Rückmeldung gegeben und bereits ab Woche 3 moderaten Sport erlaubt. Warnungen und Erzählungen von meinen HNO Ärzten und im Krankenhaus vor riesigen Schmerzen und Nachblutungen blieben zum Glück unbegründet! Ich hoffe, diese sehr positive Erfahrung kann Ihnen etwas die Sorgen nehmen, denn ich habe vorher auch auf diesem Block viel gelesen, da ich riesen Angst vor den möglichen Nachblutungen hatte. Was ich raten würde: trinken, trinken, trinken und nicht aufs Essen verzichten, denn das verhindert dicke Wundbeläge und trägt diese nach und nach ab.

 

Juni 2018 / 2 – Alternative Methode

Hallo,
ich (40 Jahre alt) hatte am 06.06. meine Mandel-OP und hatte mich nach vorheriger, wochenlanger Internetrecherche für die Coblation Technik in Hildesheim entschieden, da dort ein Profi ist, der mit dieser Technik operiert. (Gewebeschonender, schnellere Wundheilung, weniger Schmerzen, geringeres Nachblutungsrisiko)
Ich hatte das Glück, dass dort keine extra Kosten für mich entstanden sind, da der Krankenhauschef von der Methode so begeistert ist, dass er es für den Arzt und seine Patienten angeschafft hat.
Ich reiste die 300 km einen Tag vorher an und konnte in Ruhe im KH einchecken und alle Vorgespräche führen. Hier zeigte mir die Stationsschwester auch direkt, wo ich massenhaft Kühlpacks für eine Eiskrawatte finde und den mit Wassereis randgefüllten Gefrierschrank.

Am nächsten Tag wurde ich gegen 10 Uhr abgeholt und in den OP gebracht. Die Narkose war eine leichte (da die OP nicht länger als 10-15 min dauert) und dementsprechend war ich ratz fatz gegen 10:30 Uhr schon wieder wach und es ging mir super. Schmerzen gleich null.
Da ich diese Seite mehr als einmal gelesen hatte, wusste ich, dass das nichts heißt, und die Schmerzen noch kommen werden.
Also wartete ich…. Tag 1 und 2 nichts, die Schwestern fragten morgens immer nach der Schmerzskala 0-10 und ich lag bei 1.
Am Tag 3 kam die Schwester morgens rein und verkündete mir, dass sich ab heute Ohrenschmerzen hinzugesellen. Da ich ja durch diese Seite bestens aufgeklärt war, wusste ich schon, was kommen kann. Also wartete ich wieder…. es kam nichts, weder Wundschmerzen, noch Ohrenschmerzen.
Ich lag auf der Schmerzskala immer noch bei 1.
Der Arzt (der mich auch operiert hat) besuchte mich natürlich jeden Tag -auch am Wochenende- und verkündete mir ebenfalls am Tag 3, dass die „Hardcore-Tage“ 4. bis 8. Tag ab morgen anfangen. Also bereitete ich mich wieder mental auf das Schlimmste vor und …. es kam wieder nichts. An keinem einzigen Tag. Ich lag durchgehend auf der Schmerzskala bei 1.
Bei der Technik wird man normalerweise nach dem 4. Tag entlassen, aber da ich von weiter weg kam durfte ich -vorsichtshalber- 7 Tage bleiben.
Am 8 Tag wurde ich dann entlassen und was soll ich sagen, die Schmerzen kamen auch zu Hause nicht! Am 10. Tag habe ich dann die Medikamente weggelassen und wollte sehen wie es ohne geht. Es klappte super, auch da kamen die Schmerzen nicht.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich unheimliches Glück hatte von einem Profi mit der schonenden Technik operiert zu werden, keine Schmerzen und eine schnelle Wundheilung gehabt zu haben.

Schmerztabletten hatte ich natürlich bekommen 3x Ibuprofen und 3x Novalgin. (Die reichten völlig aus)

Ich habe vom 1. Tag an alles gegessen, was mir vorgesetzt wurde -egal ob es schmeckte oder nicht- aber essen ist für die Wundheilung das A und O, und natürlich viel trinken. Ich habe auch sehr zügig und normal gegessen und war nach 5-10 min immer schon durch. Wassereis habe ich mir stündlich geholt, was bei den heißen Temperaturen in der Woche einfach himmlisch war.

Heute bin ich bei Tag 21 und kann wieder am normalen Leben teilnehmen 😀
Nachblutungen hatte ich keine und obwohl ich mega mäßig Angst hatte, würde ich es immer wieder machen lassen und kann es jedem nur empfehlen!

 

April 2018 – ein Spaziergang…

– Tonsillektomie mit kalter Dissektion
– kein Kauterisieren, dafür viel vernäht
– vom OP-Tag an alles gegessen, was sich zu Brei verarbeiten ließ
– mit Diclac Dispense kaum Schmerzen
– 2-3 l Sprudel täglich
Entlassung an Tag 6 post OP, Wunden verheilt, keine Wundbeläge mehr
– für mich sehr wohl ein Spaziergang, nur halt etwas schmerzhaft

Ich hab mich im Vorfeld lange umgeschaut, recherchiert etc., auch meine mentale Vor- und Nachbereitung dürfte mir geholfen haben. Heute, an Tag 9 habe ich nur noch eine 400er Ibu genommen. Von 4 Diclac auf 3, dann 1, dann Ibu.

 

Juli 2019 – Schokolade als Übeltäter?

Hallo Herr Brechtel,

ich habe Ihre Seite als sehr hilfreich empfunden. Vielen Dank für die wirklich tolle Datensammlung mit Erfahrungswerten.🙂
Ich bin leider erst auf die Seite gestoßen als ich gestern nach Dingen gesucht habe die man darf und eher nicht darf . Vor allem beim Thema Essen.

Mir ist beim Lesen etwas aufgefallen zum Thema Essen: Mein HNO hat mir am Montag gesagt, dass die 2. Woche nach der OP mit dem höchsten Nachblutungsrisiko verbunden ist und auch mit den stärksten Schmerzen (ich selbst nehme momentan Tramadolor und Diclo).
Auch wenn es verführerisch ist, sollte man von allen Lebensmitteln, die mit Schokolade zu tun haben (also auch Nutella etc.) Abstand nehmen, da in diesen Produkten 3 Inhaltsstoffe enthalten sind, die das Nachblutungsrisiko nachweislich erhöhen. Ich selbst habe im Krankenhaus Schokopudding bekommen und mich dann gewundert, dass ich nachts Blut gespuckt habe (zum Glück musste nichts nachbehandelt werden).

Ich selbst befinde mich heute an Tag 10 nach der OP und es wird langsam aber sicher besser. Zum Glück ist auch ein Großteil der super riechenden Beläge mittlerweile Geschichte 😊

Nochmals vielen Dank für diesen Erfahrungsbericht. Ich denke er nimmt vielen Menschen ein wenig die Angst und gibt einen Leitfaden, den man von Krankenhaus und Ärzten leider viel zu selten erhält, obwohl dieser das Risiko von Komplikationen sicher noch viel weiter senken könnte und auch die Genesung vorantreibt 🙂

Liebe Grüße

 

August 2019 – diverse (neue) Tipps

Lieber Herr Brechtel,

danke für Ihre Seite. Ich habe sie bei meiner Recherche zur Mandelentfernung gefunden und sie hat mir sehr weitergeholfen! Ich habe mir meine Mandeln vor etwa fünf Wochen entfernen lassen und denke, meine Geschichte ist vielleicht auch für andere von Interesse. Ich bin 36 und hatte immer etwa ein bis zwei Mal im Jahr vereiterte Mandelentzündung. Seit 2014 hatte ich gar nichts mehr und dachte, es ist für immer vorbei. Aber im letzten Jahr ging es dann richtig los: Sechs vereiterte Mandelentzündungen innerhalb von nicht mal acht Monaten. Und es wurde mit jedem Mal schlimmer vereitert. Ich habe mich dann beim HNO beraten lassen und er hat sich meine Mandeln angeschaut, die total vernarbt und zerklüftet waren. Ich habe mich dann für die Operation entschieden und es bis jetzt nicht bereut. Die Schmerzen sind unangenehm, aber wer ständig Mandelentzündungen hat, der kennt sie schon. Sie sind echt ähnlich, nur dass sie teilweise bis in die Ohren und in die Zähne ziehen.
Ich kann nur empfehlen, alle Schmerzmittel einfach einzunehmen, die einem angeboten werden und sich nicht zu quälen. Das macht es wirklich leichter! Und es sind ja nur um die zwei Wochen. Ich habe so nach etwa zehn Tagen die Schmerzmittel etwas reduziert und nach etwas mehr als zwei Wochen nur noch eine Schmerztablette zum Schlafen genommen. Ich habe die ersten zehn Tage gedacht, es wird nie besser, und dann wurde es irgendwann schlagartig besser. Beim Schlucken merkt man es jetzt noch ganz wenig.

Ich hatte tatsächlich auch zwei Nachblutungen. Die erste kam als ich schlief, da bin ich aber sofort von aufgewacht, weil man beim Schlucken merkt, dass etwas nicht stimmt. Da habe ich einen Krankenwagen gerufen, weil es mitten in der Nacht war. Bis ich in der Klinik war, hatte es von selbst aufgehört. Ich bin nach zwei Nächten wieder entlassen worden, aber dann gab es abends wieder eine kleine Nachblutung. Da habe ich mich dann in die Klinik fahren lassen, der Arzt hat ein kleines Koagel/ Blutgerinnsel in Wundnähe identifiziert und abgesaugt. Das oder Schorf, der sich von der Wunde abgelöst hat, war wohl die Ursache. Beide Male hat es schon so geblutet, dass ich es abgeklärt haben wollte, aber nicht „sturzbachartig“. Ich war dann trotzdem insgesamt 14 Tage in der Klinik, die letzten Tage zur Überwachung.

Ach ja, noch zum Thema Essen und Trinken: Stilles Wasser, kalter Kamillentee. Essen schmeckte mir alles nicht, es hat alles nach diesem Wundschorf geschmeckt und tut es teilweise heute noch. Aber was gut geht ist Brioche, Weißbrot. Püriertes. Später Kartoffeln, Gnocci, Nudeln. Alles eher lauwarm bis kalt.
Meine Tipps: Trockenshampoo! Ist zwar irgendwie eklig-chemisch, aber wirkt Wunder, wenn man erstmal keine Haare waschen darf!
Eis lutschen, und zwar ganz einfache Eiswürfel. Das kühlt schön, und ich hatte Vanille- und Schokoladeneis irgendwann wirklich über. Hörbücher und Podcasts haben mir sehr geholfen in den ersten Tagen nach der Operation. Auf jeden Fall drei Wochen krankschreiben lassen und das auch einplanen. Ich hatte vor, in der dritten Woche wieder voll zu arbeiten, das ging aber gar nicht. Ich hab das Ganze etwas unterschätzt :-) Nach vier Wochen habe ich wieder leichten Sport gemacht.

Es war kein Spaziergang, aber es war trotzdem auch lange nicht so schlimm, wie ich erwartet hatte. Ich hab mich in dem Krankenhaus auch sehr wohlgefühlt und hatte ein nettes Ärzte- und Pflegerteam. Das hat es auch leichter gemacht! Und ansonsten: Nerven nicht verlieren, es wird auf jeden Fall besser. Und das Beste: Nie wieder Mandelentzündung!!!